Eine Werkzeugmechanikerin berichtet

Werkzeugmechanikerin bei der Arbeit

Foto: Wissenschaftsladen Bonn e.V.

Als Mitarbeiterin des Unternehmens FORMBAU ONE habe ich eine ganz besondere Aufgabe: Ich stelle die Werkzeuge her, mit denen dann später zum Beispiel Gleitlager für Windkraftanlagen hergestellt werden. Zuerst brauche ich dafür ein Modell meines späteren Werkstückes. Die technische Zeichnung dieses Lagers hat der Konstrukteur unserer Firma entsprechend der Anforderungen und Vorgaben entworfen.

Ich erstelle daraus eine CAD-Datei, mit der ein 3D-Drucker einen Prototyp des Lagers druckt. So geht das viel schneller als das Teil konventionell mit Dreh- und Fräsmaschine herzustellen. Hierfür haben wir im Betrieb mehrere 3D-Drucker, sodass ich auf eine Auswahl an verschiedenen Materialien zurückgreifen kann und Modelle in den unterschiedlichsten Größen herstellbar sind.

Nachdem ich mir überlegt habe, welche Belastung das Modell später aushalten muss, wähle ich einen geeigneten Werkstoff aus und hole ihn aus dem Regal. Der Werkstoff besteht aus dünnen Schnüren, die auf eine Spule aufgewickelt sind. Die Spule muss jetzt im 3D-Drucker eingelegt werden und der Anfang des sogenannten Filaments in die Düse des Druckers eingeführt werden. Bevor dann der Druck meiner Lagerbuchse starten kann, lasse ich den Drucker eine kurze Kalibrierungsfahrt machen, sodass vorne aus der Drüse dann auch wirklich der von mir ausgewählte Werkstoff herauskommt – und nicht die Reste des zuvor benutzten Stoffes.

Mit Hilfe des Modells aus dem 3D-Drucker kann ich anschließend die Formhälften herstellen. Das ist die Negativform des Bauteils. Da die Form bei ihrer späteren Verwendung hohen Belastungen wie zum Beispiel Wärme und Druck ausgesetzt ist, wird diese aus einem besonderen (Warmarbeits-)Stahl hergestellt. Diesen bearbeite ich mit verschiedenen Fräs- und Bohrmaschinen, wobei ich äußerst genau und exakt arbeiten muss. Hier kommt es auf Fingerspitzengefühl und Präzision an, schließlich geht es bei der Serienproduktion später um wenige Mikrometer Genauigkeit. So entsteht innerhalb weniger Tage ein neues Werkzeug, welches ich anschließend mit meinen Kollegen zusammen in unserer Fertigungshalle montiere.

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Hinweis: Die im Text genannten Unternehmen sind frei erfunden. Die Arbeitsbeschreibungen sind fiktiv, aber realitätsnah. Sie entsprechen nicht den Personen auf den Fotos.