Von Einhörnern und Lederjacken: Gametesten in Neuss

Schülerin beim Gametesting in Neuss

Foto: Serena-Projekt

Mucksmäuschenstill ist es in den Computerräumen der Realschule Neuss-Holzheim. Kaum zu glauben, dass hier gerade 30 Schülerinnen lernen, wie man die Glühbirne in einem Aquarium wechselt – allerdings virtuell. Nur das Klicken der Mäuse ist zu hören, während die Mädchen hochkonzentriert auf ihre Bildschirme schauen. An zehn Tablets und zwanzig Computern testen sie heute „Serena Supergreen“ mit kritischem Teenagerblick.

Als wenige Minuten später die Pause ansteht, ist der Redebedarf umso größer. „Hast du das mit der Glübirne gecheckt?“ „Mann, ich bin da einfach nicht weitergekommen.“ Eifrig diskutieren die Testgamerinnen die Spielszenen durch. Es ist eine Win-Win-Situation: Die Mädchen zwischen 13 und 16 haben sichtlich Spaß. Und das Serena-Team sammelt wichtige Rückmeldungen für die Evaluation des Spiels.

Der Ehrgeiz ist geweckt!

Felix, Linda, Annika, Simon und Pia haben den Tag gemeinsam geplant. Für Felix und Pia sind vor allem die wissenschaftlichen Erkenntnisse rund um die Spielerfahrung interessant. Vor, während und nach dem Spiel füllen die Mädchen ausführliche Fragebögen aus. Die Spieleentwickler Linda und Simon schauen besonders darauf, an welchen Stellen es noch hakt. Lehrerin Cristina Protze, die den Testtag organisiert hat, ist derweil begeistert, wie ehrgeizig ihre Schülerinnen bei der Sache sind.

Das zeigt sich auch in der Schlussrunde, in der die Schülerinnen ehrliches Feedback geben dürfen. Dass Serena ihr Aussehen ändern und ihre Klamotten wechseln kann, finden die Mädchen gut (auch wenn sich fast alle für die schwarze Lederjecke entschieden haben). Die technischen Aufgaben sehen sie kritischer: Das Elektronische Vorschaltgerät ließ sich nicht ohne weiteres anschließen und auch das Löten macht noch ein paar Probleme.

Ein Einhorn, bitte!

Das Serena-Team schreibt die Verbesserungsvorschläge eifrig mit: Ein Freund für Serena wäre toll, lautet die einhellige Meinung in Gruppe zwei. Ein Mädchen empfiehlt einen Joker für langsamere Spieler. Und eine Schülerin fände es toll, wenn im Spiel ein Einhorn vorkommt.

 

Die ersten Evaluationen sind geschafft. Wenige Tage vorher hatten Lehramtsstudierende sich mit dem Unterrichtsmaterial zum Spiel beschäftigt und dabei ebenfalls viele gute Ideen gesammelt.